Trauma sitzt nicht nur im Kopf – dein Körper erinnert sich

Wir wollen unangenehme Gefühle am liebsten vermeiden „wie der Teufel das Weihwasser“.

Doch Angst, Traurigkeit, Wut, Scham oder Schuld gehören zu unserem Erleben dazu. Besonders nach belastenden oder traumatischen Erfahrungen kann das Nervensystem jedoch sehr schnell in Alarm geraten – manchmal lange bevor der Kopf überhaupt verstanden hat, was gerade passiert.

Der Körper reagiert zuerst: mit Herzklopfen, Druck auf der Brust, einem Kloß im Hals, innerer Unruhe oder dem starken Impuls, zu fliehen, zu kämpfen oder sich zurückzuziehen.

Diese Reaktionen wahrzunehmen und besser einzuordnen, kann dir helfen, wieder mehr Einfluss darauf zu bekommen, wie du mit ihnen umgehst.

Deshalb spielen der Körper und das Fühlen in meiner traumaorientierten Arbeit eine große Rolle. Du lernst

  • die Signale deines Körpers früher wahrzunehmen
  • körperliche Reaktionen besser zu verstehen
  • Gefühle zuzulassen, ohne von ihnen überrollt zu werden
  • dich selbst zu regulieren und wieder klarer zu handeln
  • auch in belastenden Situationen mehr Ruhe und Sicherheit zu entwickeln

„Embodiment“ bedeutet, den Körper bewusst in Veränderungsprozesse einzubeziehen.

Denn dein Körper zeigt oft früher als dein Verstand, dass etwas zu viel wird: durch Anspannung, Unruhe, Enge, Rückzug oder den Impuls, sofort reagieren zu müssen.

Mit kleinen körperorientierten Übungen kannst du lernen,

* innere Anspannung deutlicher wahrzunehmen
* dein Nervensystem gezielt zu beruhigen (z.B. durch bewusstes Atmen)
* Gefühle besser zu regulieren (Impulskontrolle)
* in belastenden Situationen handlungsfähiger zu bleiben
* wieder mehr Vertrauen in deine eigenen Körpersignale zu entwickeln

Embodiment hat deshalb einen festen Platz in meiner traumasensiblen Arbeit. Oft reichen schon kleine Veränderungen in Haltung, Atmung oder Bewegung, um spürbar etwas in deinem inneren Zustand zu verändern. 

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